Notieren früher und heute

Letztens habe ich ein kurzes Büchlein zum Thema „Notieren“ gelesen.

Anfangs dachte ich noch, „Oh je, das ist ja eigentlich gar nicht, wonach ich bei dem Thema gesucht habe“, doch nach einer Weile hat sich allein durch die Lektüre, die Art und Weise, wie man die Umwelt um sich herum betrachtet, verändert.

Das Buch beschreibt Notieren als Selbstzweck, das war es auch, was mich anfangs abschreckte. Anhand von verschiedenen Kategorien und zeitenübergreifenden Beispielen stellt es das Notat als eigene Kategorie vor.

In dem Zusammenhang verwundert mich allerdings der Kontrast zwischen heutigen Erscheinungen, wie beispielsweise Twitter, und den Kurznotaten in der Vergangenheit.

Allein was man selbst für notierwürdige Kleinigkeiten bemerkt, wenn man in der entsprechenden Bewusstseinslage ist, ist erstaunlich. Und wie viele Perlen man in den Kurznotaten anderer entdeckt, die eigentlich nie zur Veröffentlichung bestimmt waren.

Twitter wäre eigentlich ein ideales Medium dafür.

 

Oft wird kritisiert, dass die Beschränkung der Tweed-Zeichenzahl die Ursache für Eskalationen ist und dadurch die wohlreflektierte Auseinandersetzung mit einem Sachverhalt untergraben würde.

Das allein kann es nicht sein. Zumindest ist nicht das Medium allein daran schuld.

Aus eigener Erfahrung stoße ich da auf einen Konflikt. Wenn ICH in Bewusstsein eines Publikums schreibe (also etwa in Foren ganz ganz früher, nicht mein Monologisieren hier), hatte das eher einen positiven Effekt in Bezug auf Relativierung und Ausgewogenheit. Verwandtes bei den historischen Kurznotaten: unaufgeregt, klar, dennoch spannend, Fokus auf die Beobachtung.

Es ist nicht die Kürze, es ist nicht das Bewusstsein um ein Publikum, es ist nicht das Medium. Was ist es dann?

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