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Biomüll und leere Tafel

9. August 2015

Bei den Streifzügen durch diverse Blogs kommen immer wieder ein paar Mantra-artig vorgetragene Konzepte vor, die man vorgeblich „gegen“ den Feminismus und Konstruktivismus in Stellung bringt, die aber meines Erachtens nicht ausreichend fundiert sind und bei Nachhaken auch nicht begründet werden.

Dieser Bio-Fetischismus hat leider auch maßgeblich die MGTOW befallen. Fangen wir mal mit den noch harmlosesten an.

„Es gibt keinen freien Willen“, gerne vermischt mit „Es gibt kein (autonomes) Selbst“

Ja, meinetwegen. Nur, was bringt es? Erstere Aussage ist ziemlich irrelevant, da ein wie immer gearteter Determinismus noch lange nicht heißt, dass man die Funktion, wie ein Individuum unter gegebenen Umständen reagiert, einfach berechnen könnte. Denn A) haben die „Werkzeuge“, die man dabei benutzt (die menschliche Ratio selbst), maximal die gleiche Mächtigkeit wie der zu untersuchende Gegenstand. Mit anderen Worten: Wäre das Gehirn so einfach, dass wir alle Vorgänge und Prozesse angemessen verstehen könnten, wären wir wiederum so dumm, dass wir es nicht könnten. Man kann das auch ausführlicher und weniger flapsig begründen, wenn man sich anschaut, was Modelle und formale Systeme zu leisten im Stande sind (Stichwort: Turing, Gödel, Post).

Ähnlich irrelevant ist das „nicht vorhanden sein“ des (autonomen) Selbst. Was hier besonders stört, ist dass das „autonom“ gerne vergessen wird und man „das Selbst“ gerne ganz als nichtig erklären würde.

Auf diese Weise kann man das Descartsche „Ich denke, also bin ich.“ als veraltet abtun und sich damit gleich mal als besonders innovativ und quantensprunghaft hervortun. Dabei ist das „autonom“ der zentrale Punkt.
Das „ich denke, also bin ich“ bleibt, auch bei einem nicht-autonomen Selbst, wahr. Angenommen, das Selbst sei eine „Illusion“, ein Epiphänomen, hervorgebracht durch kognitive Prozesse. So, wie ein Magnetfeld, das durch den Stromfluss entsteht… Eine Illusion, eine Illusion für wen? Allein der Begriff Illusion macht nur Sinn, wenn es einen Beobachter/Observer gibt. Angenommen das Bewusstsein, das Selbst, sei eine Illusion, die aus sich selbst heraus entsteht und ihr eigener Beobachter ist, selbst dann wäre es immer noch ein waschechtes Bewusstsein.

Und eben dieses Bewusstsein ist dann mehr ein physisches, als ein evolutionär-biologisches Phänomen. Denn biologisch-evolutionär macht Bewusstsein absolut keinen Sinn. Es gibt nicht den geringsten evolutionären Vorteil, warum sich Bewusstsein entwickelt haben sollte. Die gesamte Welt, wie sie jetzt ist, wäre absolut genauso ohne Bewusstsein möglich. Man braucht kein Bewusstsein, damit sich Gen-Vehikel, „intelligent“ verhalten. Genauso wenig braucht man es für Gruppendynamiken, soziale Interaktion, Kommunikation oder was auch immer. Eine solche „Zombi“-Welt, würde biologisch nicht weniger Sinn machen.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet dieses für jeden Menschen selbst-wahrnehmbare und für den Menschen besonders kennzeichnende Phänomen eher ein physischer Nebeneffekt als ein biologisches Phänomen sein soll. Wenn das so ist, dann hat die Biologie über den Menschen weit weniger zu sagen als andere Wissenschaftsgebiete, die sich zumindest an gewisse wissenschaftliche Standards halten.

Tabula Rasa

Also wenn irgendein „Tier“ bei Geburt an das unbeschriebene Blatt heran kommt, dann der Homo Sapiens. Wer seine Beobachtungsgabe nicht durch sein Talent zu glauben beeinträchtigen lässt, kann das jederzeit ganz einfach feststellen. Was kann ein Menschensäugling? Von alleine gar nichts. Selbst für fasst alle anderen Tiere selbstverständliche Fähigkeiten, wie zu laufen, werden erlernt.
Ein Rehkitz kommt auch ohne elterliche Hilfe auf die Beine und läuft. Ein Menschenkind würde arge Schwierigkeiten haben.

Fragt man die meisten Menschen, wie ihr denken aussieht, dann beschreiben sie es als „inneren Monolog“. Sprache wird erlernt und nicht nur das, sie ist auch noch austauschbar.

Jetzt kann man sich fragen, macht es evolutionär einen Sinn, wenn man so fundamentale Fähigkeiten bei „niedrigeren“ Entwicklungsstufen „fest verdrahtet“ hat und sie später gar nicht mehr hat? Nein, das macht keinen Sinn. Denn sie wurden durch etwas viel mächtigeres und die rezente Umwelt überdauerndes überlagert.
Viel schlimmer noch, wenn all diese Fähigkeiten, sowieso zu einem Großteil fest verdrahtet und genetisch bedingt sind, warum dann so viel Energie mit notwendiger Betreuungszeit und Bindung von Ressourcen verschwenden? Bisschen komisch, dass die „Kalibrierung“ von etwas schon vorhandenen länger dauert als das spontane Funktionieren bei anderen Lebewesen.

Die eigentliche Frage lautet: Kennt die Biologie das Konzept von „Software“? Ein Programm kann man auf ein Stück Papier schreiben. Es bleibt ein Programm, dass etwas ausdrückt und etwas „tut“.
Man kann dieses Programm in einer hölzernen Rechenmühle umsetzen, es bleibt das gleiche Programm. Man kann dieses Programm mittels Logikgattern umsetzen und egal ob man für diese Gatter unterschiedlichste Transistoren verwendet, es bleibt das gleiche Programm.

Software transzendentiert Materie / Gene und Umwelt.

Damit schließe ich natürlich nicht aus, dass es auf unterbewusster, emotionaler Ebene (oder dem Gebiet der Motivation) „feste“ Anlagen oder Ausrichtungen gibt. Aber wenn sich die Biologie und ihre Begriffe nicht drastisch selbst erweitert und gegen Vulgarisierung abgrenzt (Ein Thema für sich), ist sie eben nicht zuständig für das gesamte „Leben“.

Vielmehr ist ein umgekehrter „Lyssenko-Ismus“ zu beobachten. Dieser unterstellte den Erbanlagen von Pflanzensamen eine größere Umweltabhängigkeit und fuhr damit an die Wand. Die BioFans machen es genau umgekehrt und nehmen am Menschen nur das durch sie und ihre Werkzeuge erklärbare wahr. Und überschreiten damit ihre Kompetenz.

Abgesehen davon, fällt mir auch nichts aus der Biologie ein, was jemals irgendwelchen besonderen wissenschaftlichen Wert oder gar gesellschaftlichen Wert hatte. Darwin vielleicht, nur so positive Auswirkung auf die menschliche Existenz hat der auch nicht unmittelbar gehabt.

Bei dem was aus der Spieltheorie eingestreut wird, sollte man sich bewusstmachen, dass Neumann, Nash und Oskar Morgenstern Mathematiker bzw. Wirtschaftswissenschaftler waren und mit Biologie nix am Hut hatten.

Alles andere sind lustige Ideen, die aber auch mehr der Unterhaltung dienen als dem Schema..

1. Hypothese

2. Experiment

3. Bestätigung / Falsifizierung

…gerecht werden können.

Notieren früher und heute

22. Januar 2014

Letztens habe ich ein kurzes Büchlein zum Thema „Notieren“ gelesen.

Anfangs dachte ich noch, „Oh je, das ist ja eigentlich gar nicht, wonach ich bei dem Thema gesucht habe“, doch nach einer Weile hat sich allein durch die Lektüre, die Art und Weise, wie man die Umwelt um sich herum betrachtet, verändert.

Das Buch beschreibt Notieren als Selbstzweck, das war es auch, was mich anfangs abschreckte. Anhand von verschiedenen Kategorien und zeitenübergreifenden Beispielen stellt es das Notat als eigene Kategorie vor.

In dem Zusammenhang verwundert mich allerdings der Kontrast zwischen heutigen Erscheinungen, wie beispielsweise Twitter, und den Kurznotaten in der Vergangenheit.

Allein was man selbst für notierwürdige Kleinigkeiten bemerkt, wenn man in der entsprechenden Bewusstseinslage ist, ist erstaunlich. Und wie viele Perlen man in den Kurznotaten anderer entdeckt, die eigentlich nie zur Veröffentlichung bestimmt waren.

Twitter wäre eigentlich ein ideales Medium dafür.

 

Oft wird kritisiert, dass die Beschränkung der Tweed-Zeichenzahl die Ursache für Eskalationen ist und dadurch die wohlreflektierte Auseinandersetzung mit einem Sachverhalt untergraben würde.

Das allein kann es nicht sein. Zumindest ist nicht das Medium allein daran schuld.

Aus eigener Erfahrung stoße ich da auf einen Konflikt. Wenn ICH in Bewusstsein eines Publikums schreibe (also etwa in Foren ganz ganz früher, nicht mein Monologisieren hier), hatte das eher einen positiven Effekt in Bezug auf Relativierung und Ausgewogenheit. Verwandtes bei den historischen Kurznotaten: unaufgeregt, klar, dennoch spannend, Fokus auf die Beobachtung.

Es ist nicht die Kürze, es ist nicht das Bewusstsein um ein Publikum, es ist nicht das Medium. Was ist es dann?

Ah, herrlich, diese Stille

18. Januar 2014

Nun habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gebloggt.

Und in der Tat bewahrheitet sich damit anscheinend der Grundsatz, dass Zufriedenheit ein Leisetreter ist.

Ob dieser Grundsatz jetzt mehr mit meinem mir nicht bewussten, affekthungrigen Naturell zu tun hat und mir damit das Enervierende und Stressige der Blogosphäre eher ins Auge springt und mir damit auch eher eine Äußerung ablockt, wer weiß.

Jedenfalls will ich nun mal auf die positiven Aspekte von Zensur und Filterblasen zu sprechen kommen. „Positive Aspekte?“ Wird da reflexartig der ein- oder andere entgegenwerfen. Zumindest würde ich mich das selbst genauso fragen. Und mir selbst antworten: Oh, ja – wenn man es denn selbstbestimmt und nur für sich alleine macht, ohne jemand damit auf die Ketten zu gehen. Sprich, in dem man selbst alles ausblendet und verschwinden lässt, was einen nicht interessiert und man nicht sehen will.

Um es mit einer freie Interpretation von Sturgeon’s Law zu sagen: „ninety percent of everything is crap.“

Aber jetzt zum Thema.

Einstmals entdeckte ich ein wunderbares Firefox Addon, namens Greasemonkey (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/greasemonkey/).

Damit kann man eigene kleine Skripte schreiben, die auf den Seiten, auf die man browst, angewendet werden und somit Veränderungen an diesen vornehmen. Anfangs benutzte ich das nur, um die Lesbarkeit einiger Seiten zu verbessern, in dem ich für einzelne Fragmente eine andere Schriftart oder Farbe zuwies oder die TagCloud ausblendete.

Eines Tages aber, als mir bestimmte Kommentare eines Blogs mal wieder auf die Nerven gingen und ich zum wiederholten Male feststellte, dass es immer wieder dieselben Leute sind, die mir auf die Nerven gehen, schrieb ich mir einfach spontan ein Skript (siehe unten), um die Lesbarkeit auch hinsichtlich der inhaltlichen Qualität zu fördern.

Das Ganze ist nur ein Beispiel und funktioniert nur für das WordPress Blog von „Alles Evolution“ und da auch nur für die aktuelle Skin. Mit relativ geringem Aufwand lässt sich das aber für alle möglichen Seiten bauen.

//==UserScript==

//@name Hide WordPress Tag Cloud from allesevolution

//@namespace http://hide-wordpress-tag-cloud.net

//@include https://allesevolution.wordpress.com/*

//@include http://allesevolution.wordpress.com/*

//@version 1

//@require http://ajax.googleapis.com/ajax/libs/jquery/1.3.2/jquery.min.js

//==/UserScript==

//Ausblendender Tag Cloud:

var tagcloud=document.getElementById(„wp_tag_cloud-2“);

tagcloud.setAttribute(„style“, „display:none;“);

var entrylist=document.getElementsByClassName(„entry“);

var entry=entrylist.item(1);

entry.setAttribute(„style“,„color:#000000;“);

var content=document.getElementById(„content“);

content.setAttribute(„style“, „background-color:#ffffff;color:#000000;“);

var ans = jQuery(„li > div[class=postinfo] > p >strong“);

var entries = jQuery(„li > div[class=entry]“);

// ausblendenderkommentare

for (c=1; c < ans.size() ; c=c+1) {

var author = ans.get(c).textContent;

if ( isInList(author) ) {

var entry = entries.get(c);

entry.setAttribute(„style“, „visibility:hidden;“);

}

}

 function isInList(authorName) {

if (

// Hier die verwendetenNameneintragen:

authorName.contains(„Name1“) ||

// …

authorName.contains(„NameN“)

)

return true;

else {

return false;

}

}

Unseren täglichen Genderkram gib uns heute

10. Mai 2012

Im Tagesspiegel kann man exemplarisch wieder deutschen Topjournalismus in Sachen Gendergeblubber begutachten.
Da ist alles enthalten, was die Zunft zu bieten hat, ein Popanz, weibliches Opfergehabe / vermeintliche Frauenfeindlichkeit, Kontrafaktizität und schlichten Unsinn.
Auszug:

Der Trend, Ursachen für Geschlechtsunterschiede im Hirn und nicht in der Gesellschaft zu suchen, ist ungebrochen. Doch oft sind diese Studien völlig unwissenschaftlich – dienen aber dazu, Vorurteile gegen Frauen im wissenschaftlichen Gewand zu präsentieren.

Die Ansicht, dass die entsprechenden Verhaltensweisen extern / also durch Rollenzuweisung bedingt sind,
ist ebenso nur eine Theorie, zudem nicht weniger fadenscheinig als ihre „biologistischen“ Entsprechungen.

Und dann noch eine Wertung vorzunehmen, sprich etwas als „Rollenklischee“-typisch zu diffamieren bzw. abzuwerten
spricht auch nicht  gerade von wissenschaftlicher Redlichkeit.

Warum geht man nicht vom naheliegenden aus: dass das Geschlechter-spezifische Verhalten in den Studien so ausfällt,
wie es ausfällt, weil die Teilnehmer es entsprechend so wollen. Ihre Motivation demnach genauso ausgelegt ist.
Wenn jemand seine Fähigkeiten für bestimmte Tätigkeiten einsetzen will und für andere nicht, ist das sein / ihr gutes Recht.
Ob das jetzt mit biologischen Ursachen zusammenhängt oder mit gesellschaftlichen oder mit Mischungen von beiden –
was wahrscheinlicher ist – ist dabei doch nebensächlich. Es ist historisch belegt, dass Frauen,
obwohl sie reichlich Gelegenheit für musikalischer Betätigung hatten, kaum kreative Neuschöpfungen in diesem Feld erreichten.
(für die meisten bürgerlichen Töchter gehörten im 19ten / frühen 20 Jh. Klavierstunden zum guten Ton).
Warum haben hauptsächlich Männer  Entdeckungen und neue Ideen auch gegen die größten gesellschaftlichen Widerstände durchgesetzt,
selbst wenn sie dafür mit dem Leben bezahlt haben und es gerade nicht „en vogue“ war?
Andererseits führt anscheinend auch enormes Engagement in sogenannte „Girlsdays“ nicht dazu, dass in den MINT Bereichen
eine Angleichung erfolgt. Sagen wir doch einfach Männer und Frauen sind (tendenziell) motiviert ihre Fähigkeiten unterschiedlich
auszuleben. Ist das schlecht? Ist der/die eine deswegen „dümmer“ oder „minderwertiger“ als die/der andere, weil er/sie andere
Beweg-Gründe hat?

Vermeintliche Rollen zu kritisieren und die nach ihnen Handelnden als „Opfer“ gesellschaftlicher Normen darzustellen,
hat mehr mit Manipulation und Zwang zu tun, als in diesen „Normen“ heutzutage tatsächlich enthalten ist.
Denn was ist die Alternative? Den Leuten vorzuschreiben, wie sie sich „nicht Rollen-spezifisch“ verhalten sollen oder
„Rollen-spezifisches“ Verhalten abstrafen?
Zumal die „gender“ Verhaltensmaßregeln zum größten Teil Lebens-fremd / feindlich und in sich selbst oft genug widersprüchlich sind.

Absolute Minimaländerung versus (relativer) Wucher

27. Februar 2011

Meine bisherige Stammbäckerei erhöhte kürzlich die Preise für Brownies von 1,10 EUR auf 1,30 EUR. Das entspricht einer Steigerung von gut 18 %. Damit wäre eigentlich das kritische Maß für einen Wechsel noch nicht erreicht. Zumal es bei mir nur Sonn- und Feiertags vorkommt, mal Süßkram zu konsumieren. Doch die haben die Verhaltensweise allgemein so auf gierig getrimmt, dass es einfach keinen Spaß mehr macht.

Man denke nur die Miete würde um 18 % steigen oder anderes. Eines steigt gewiss nicht in diesem Umfang: Das eigene Gehalt. Und deswegen ist es ein Problem.

Eyjafjallajökull mit Hintergrund des „Jahr ohne Sommer“ 1816 betrachtet

20. Mai 2010

Könnte der kalte Mai auch mit dem Vulkan-Ausbruch zusammenhängen?
In den Zeitungen ist mir dazu nichts aufgefallen oder in Erinnerung geblieben.
Im Jahre 1816 gab es im NO Amerikas und in Europa einen ungewöhnlich
kalten Sommer mit Missernten, den man auf den Vulkanausbruch des
Tambora 1815 zurückführte. Damals wurden größere Mengen
eruptive Gase und Staubmaterial in die Atmosphäre befördert.

// UPDATE: Von ungewöhnlich kalten Sommer konnte ja nun wirklich nicht die Rede sein…