Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald

Verfasst 9. April 2013 von gedankenwerk
Kategorien: Feminismuskritik, Medien und Soziales

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Ja, die Piraten mal wieder… Das war die Partei, die als Newcomer mit Privacy und Post-Gender aufgestiegen ist und dann am Ende mit Post-Privacy und mit Gender Agenda im Rampenlicht standen. Sie haben sich da Leute ins Boot geholt, die sie im wahrsten Sinne des Wortes dann selbst aus dem Nest warfen.

Von liquid1 democracy zum politischen Selbstverständnis, dass democracy eher super-liquid2 sei.

…Frühling ist es nun bald.

1 flüssig
2 über-flüssig

/Update:

Ausführlicher und, wie ich finde, guter Kommentar zur Piratinnekon von Asemann:

http://asemann.de/?p=97

Endlose Rekursion und zirkuläre Abhängigkeiten im Kinderlied

Verfasst 31. März 2013 von gedankenwerk
Kategorien: Alltag und Leben, Ideen, Traum und Vorstellung

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MandelmopsWer denkt, dass die theoretischen Grundlagen der Computerwissenschaft etwas dem Alltag vollkommen Fremdes sind, vergisst, dass man von klein auf schon damit zu tun hat. Ein Klassiker der endlosen Rekursion ohne Abbruchbedingung ist das Lied „Ein Mops kam in die Küche“:

1. Ein Mops kam in die Küche, und stahl dem Koch ein Ei.

2. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops zu Brei.

3. Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab.

4. Und setzten drauf ’nen Grabstein, worauf geschrieben stand:

(Sprung zurück zu 1.)

Das Reizvolle ist die unmittelbare Einsicht, dieses Lied bis in alle Ewigkeit weitersingen zu können und dabei eine unendliche Schachteltiefe der Geschichte in der Grabinschrift des Mopses zu produzieren, die sich zudem in der Unendlichkeit selbst enthält. Ein fraktales Lied sozusagen.

Teile-und-Herrsche (Divide and Conquer) beschreibt Verfahren, in denen ein Problem in überschaubare Teilprobleme zerlegt wird, um es einfacher lösen zu können. Auch hierfür gibt es Beispiele im Liedgut:

1. Wenn der Topf aber nu ’n Loch hat, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Wenn der Topf aber nu ’n Loch hat, lieber Heinrich, ’n Loch? „Stopp’s zu liebe, liebe Liese, liebe Liese, stopp’s zu!“

2. Womit soll ich’s denn aber zustoppen, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Womit soll ich’s denn aber zustoppen, lieber Heinrich, zustoppen? „Mit Stroh, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit Stroh!“

3. Wenn’s Stroh aber nu zu lang ist, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Wenn’s Stroh aber nu zu lang ist, lieber Heinrich, zu lang? „Hau’s ab, liebe, liebe Liese, liebe Liese, hau’s ab!“

4. Womit soll ich’s aber abhaue, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Womit soll ich’s aber abhaue, lieber Heinrich, womit? „Mit’m Beil, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit’m Beil!“

5. Wenn’s Beil aber nu zu stumpf ist, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Wenn’s Beil aber nu zu stumpf ist, lieber Heinrich, zu stumpf? „Mach’s scharf, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mach’s scharf!“

6. Womit soll ich’s denn aber scharf machen, lieber Heinrich, lieber Heinrich? „Womit soll ich’s denn aber scharf machen, lieber Heinrich, womit? „Mit’m Stein, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit’m Stein!“

7. Wenn der Stein aber nu zu trocken ist, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Wenn der Stein aber nu zu trocken ist, lieber Heinrich, zu trocken? „Mach’n nass, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mach’n nass!“

8. Womit soll ich’n aber nass mache, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Womit soll ich’n aber nass mache, lieber Heinrich, womit? „Mit Wasser, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit Wasser!“

9. Womit soll ich denn aber’s Wasser schöpfe, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Womit soll ich denn aber’s Wasser schöpfe, lieber Heinrich, womit? „Mit’m Topf, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit’m Topf!“

10. Wenn der Topf aber nu ’n Loch hat, lieber Heinrich, lieber Heinrich? Wenn der Topf aber nu ’n Loch hat, lieber Heinrich, ’n Loch? „Lass es sein, dumme, dumme Liese, dumme Liese, lass es sein!“

Es ist nicht so elegant, wie der Mops-Text, in dessen Kürze die Würze liegt. Doch auch hier ist Selbst-Bezug / Rekursion das Hauptmotiv. Allerdings wird die Endlos-Schleife abgebrochen, sobald offensichtlich ist, dass die Problem-Ursache und Problem-Lösung miteinander verwoben, ja augenscheinlich identisch sind. Ein Problem lösen zu wollen, dass es ohne den Versuch es lösen zu wollen, gar nicht gäbe. Es besteht fürderhin eine zirkuläre Abhängigkeit zwischen Problem und Teillösung.

Puh. Das war jetzt mein Wort zum Ostersonntag. Denken Sie mal drüber nach… (Ich hätte Pfarrer werden sollen.)

Mal Druck machen

Verfasst 24. März 2013 von gedankenwerk
Kategorien: Alltag und Leben, Experimente

Durch einen Neben-Kommentar in Christians Evo-Blog, kWenn sich da mal niemand vermeisselt hat...am ich auf die Idee, einmal meine Performance vom Aufzeichnen in Schreib- versus Druckschrift auszutesten.

Ich habe mir willkürlich einen Text von Heise Online „diktieren“ lassen und dann jeweils in Schreib- und Druckschrift das Gehörte aufgeschrieben.

Dazu die Text-to-Speech Funktion der Seite benutzt. Zwischendurch immer die „Pause“-Funktion gedrückt. Das Experiment wurde immer um dieselbe Tageszeit vorgenommen. Zwischen den Diktaten lagen mehr als 24h.

Die Geschwindigkeit lag gar nicht so weit auseinander. Ich hätte vermutet, dass das der Haupt-Unterschied wäre.

Anzahl Wörter (mit Überschrift): 162

Schreibschrift Druckschrift
Zeit (min:sek) 12:39 15:34
Geschwindigkeit (Wörter pro Sekunde) 0,21 0,17

Irgendwie kommt es mir vor, als hätte ich bei der Zeitaufzeichnung einen Fehler gemacht. Denn für einen so kurzen Text ist es doch recht lange.

Ich fand es jedoch deutlich anstrengender, in Druckschrift zu schreiben. Auch hatte ich den Eindruck, mich mehr auf das Schreiben selbst zu konzentrieren, als auf den Text oder die Rechtschreibung. Dafür ist das Schriftbild leserlicher. Es ist also durchaus eine Überlegung wert, auf Druckschrift umzusteigen. Zumindest für Langzeitaufzeichnungen interessant. Allerdings braucht Schreibschrift nur ~ 80% der Zeit gegenüber der Druckschrift-Variante, also ca. 1 / 5 gespart. Mit der nötigen Übung lässt sich dies evtl. ausgleichen.

Eve of destruction

Verfasst 2. September 2012 von gedankenwerk
Kategorien: Feminismuskritik, Medien und Soziales, Weltekel

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Wie der Netzfeminismus offene Plattformen und Projekte (zer)stört, am Beispiel der deutschsprachigen Wikipedia

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„Hm, sieht nicht aus wie die Frucht der Erkenntnis…?“

Aktuell, vielseitig, umfassend, verständlich

Die Wikipedia ist ein großartiges Projekt. Gerade in Bezug auf technische Fragen und praktische Information, ist sie aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Unzählige Freiwillige ermöglichen ein Nachschlagewerk, das insbesondere an Aktualität, Vielseitigkeit und Verständlichkeit anderen Enzyklopädien mehr als das Wasser reichen kann.

Wer immer einer Profession oder einem Hobby nachgeht und wem ein wenig Herzblut daran liegt, kann seinen Teil zum Online-Lexikon beisteuern, wenn es ausreichend belegt ist, freilich – so die Theorie. Mit „normalen“ Nachschlagewerken hat sie gemein, dass sie Sachverhalte aus der „realen“ Welt darstellen und beschreiben soll. Jedoch wird man klassische Enzyklopädien vergeblich bemühen, wenn es um tagesaktuelle Ereignisse geht. Auch mit der Vollständigkeit ist es nicht weit her, so gibt das Fremdwörterlexikon „Der kleine DUDEN“ aus dem Jahr 1991 zum Stichwort Feminismus folgende Auskunft: „der; -, …men: Ausbildung weiblicher Geschlechtsmerkmale beim Mann od. bei männlichen Tieren“

Das ist so falsch nicht und hat wahrscheinlich mehr Realitätsbezug als die Wikipedia-Definition, aber die ganze Wahrheit ist es auch wieder nicht. Sicher hat die Duden Experten-Redaktion lange und gründlich dafür recherchieren müssen, bis sie es so knackig definiert hatten und die Leute sind keineswegs überbezahlt.

Ebenfalls hilft mir der Brockhaus, Meyers kleines Konversationslexikon oder die Encyclopedia Britannica recht wenig, wenn ich mal schnell alle Folgen einer Fernsehserienstaffel, alle Alben einer Musikband, Informationen über ein Softwareprojekt haben will, sowie Angaben aus Bereichen, die eine Lexikonredaktion aus verschiedenen Gründen ausklammert.

Zum Beispiel, weil es um Spezialwissen geht oder im Detail normalerweise nur in Fachbüchern zu finden ist. Insbesondere bei zeitkritisches Wissen, wie die Features von aktuellen Prozessorgenerationen, kann eigentlich kaum ein anderes Medium mithalten. Zumindest ist Wikipedia meist ein guter Startpunkt, um schnell an die nötigen Quellen zu kommen.

Dazu kommen Unterprojekte, wie Wiktionary, die mit jedem Wörterbuch ohne weiteres konkurrieren können.

Wikipedia verwende ich also aus den unterschiedlichsten Gründen mehrmals täglich und das mit Gewinn. Tausend kleine alltägliche Anlässe, wo die Plattform sich unmittelbar praktisch bezahlt macht und sinnlose und vergebliche Suche auf ein absolut notweniges Maß reduziert.

Währenddessen kann ich mir nicht vorstellen, dass es sich großartig negativ auf mein Leben auswirken würde, wenn es plötzlich keine sozialwissenschaftlichen Publikationen oder feministische Literatur mehr gäbe. Letztere ist lediglich ein Ärgernis, Erstere sind bestenfalls irrelevant. Vielmehr liegt doch der gesellschaftliche Nutzen der allermeisten Sozial- oder Geisteswissenschaftler bei ungefähr null. Diese Leute finden doch genug Möglichkeit sich, sogar bezahlt, bei Stiftungen, Zeitungen, Rundfunkanstalten zu verbreiten. Warum muss man dann noch Wikipedia in die verkorksten Verstrickungen dieser egozentrischen Gernegroße hineinziehen?

Und im Gegensatz zu konventionellen Enzyklopädien verfügt die Wikipedia über zahlreiche Features, wie Einsicht in Versionen und Diskussionsstränge, die dem mündigen Leser Einsicht in das Zustandekommen eines Textes geben, um selbst die Qualität desselben abschätzen zu können.
Bei konventionellen Lexika ist dies weitaus schwieriger, zumal dort auch nicht festzustellen ist, welcher der Autoren für welchen Beitrag verantwortlich ist.

Nutzwert, Neid und Begehrlichkeiten

Mit wachsender Popularität und dem Umstand der leichten Bearbeitung von Content werden ihr diese Vorteile in manchen „Fachgebieten“ nun zum Verhängnis.

Dadurch, dass Wikipedia nicht nur zum praktischen Informieren, sondern häufiger auch als Referenz verwendet wird, weckte man Begehrlichkeiten nicht ganz moralisch einwandfreier Art.

Anstatt möglichst umfassend Informationen zusammenzutragen, wird die Plattform zunehmend zur Meinungsbildung und „Fundierung“ von ideologiegetränkten Meinungen instrumentalisiert. Ähnlich Zitatkartellen schreiben sich Anhänger bestimmter Gruppierungen ihre Referenzen selbst.

So werden insbesondere Themen, die Feminismus betreffen zensiert und Kritiker gesperrt und Artikel über Autoren einseitig zurechtgekürzt, um sie in ein schlechtes Licht zu rücken.

Auszug aus einer Diskussion um einen Beitrag:

„Wir umschreiben Begriffe nicht und machen auch keine Begriffs- oder Theoriefindung. Das widerspricht den Wikipedia-Grundprinzipien. Was X und Y ist, kann jeder in den WP-Artikel dort nachlesen. Was du also findest, ist für die Darstellung unerheblich.“

Sprich, nicht mehr eine belegte Referenz bildet die Grundlage, sondern ein anderer Wikipedia-Artikel.

Das alles und mehr ist bei cuncti ausführlich beschrieben worden, jedoch mit einer fatal falsch gezogenen Schlussfolgerung.

Ein weiterer Punkt ist, dass sich bei anderen Beiträgen Autoren offensichtlich herabgesetzt fühlen, weil sie erkennen, dass die Qualität „renommierter“ Quellen nicht soviel besser bzw. sehr viel schlechter ist, als die gemeinschaftlich entstandenen Wiki-Beiträge. Ähnlich wie bei bekannten Open Source Projekten, wird der Konkurrenzdruck auf kommerzielle Anbieter erhöht.
Klar gibt es eine Menge Schrott, aber Projekte, wie Firefox, LibreOffice, GIMP, Linux als Server-Plattform, Apache Webserver, Eclipse … haben gezeigt, dass kollaborativ gepflegte Projekte für die meisten Anwender ein Segen sind. Zumal zumeist dort auch Meritokratie mit Gemeinschaftlichkeit verbunden wird. Sprich, ungeachtet von Namen oder Ansehen kommen die Änderungen zum Tragen, die den verdienstvollsten Beitrag leisten.
Dies ist ein nicht zu vernachlässigender Aspekt, um Einsicht über die Motivation der Wikipedia Kritiker zu gewinnen. Im Wiki sieht man Fehlentwicklungen recht schnell, wenn man sich dafür interessiert. Ein Fachgebiet, insbesondere wenn es kaum Relevanz besitzt, kann dagegen auch jahrzehntelang vor sich hindümpeln, denn der autoritätsgläubige Leser, weiß es eben nicht besser und hat auch keine Möglichkeit, sich über das Zustandekommen von Texten zu informieren.
Kein Wunder also, wenn bisher anstrengungslos vergütete Autoren gegen die offene Plattform wettern.

A Fool with a Tool is still a Fool

Es wird also recht schnell klar, dass die vermeintlich Wikipedia-bedingten Probleme eher allgemeine Probleme der entsprechenden Gebiete sind. Wikipedia ist bloß ein Werkzeug, eine technische Infrastruktur. Und das, was sie machen soll, macht sie verdammt gut. Ein technisches Mittel kann niemals strukturelle Probleme lösen, das muss schon die „reale Welt“ tun.
Dass sich falsche Leute in den falschen „Etagen“ befinden und unberechtigterweise Autorität genießen und damit andere gängeln, zensieren oder Meinungen unterdrücken können, kommt bei anderen Veröffentlichungsformen genauso oder schlimmer vor.
Deswegen sei den Sozialwissenschaftlern gesagt, räumt erstmal bei Euch selber auf! Solange Gender-Studies in „echten“ Universitäten unterrichtet wird, beschwert Euch nicht über die Missstände bei Wiki. Solange es der Mainstream ist, entsprechende Politik in den Hauptmedien zu betreiben, werft es Wiki nicht vor. Oder wenn Stiftungen entsprechende akademische Abschlussarbeiten finanzieren, die dann als Quellen hergenommen werden. IHR seid das Problem!

Zumal man sich auch fragen muss, wie es sein kann, dass es so einfach ist, den größten Unsinn zu verbreiten, ohne bei Lesern gleich auf Verstimmung zu stoßen. Da gibt`s ja verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel sind die Leser unglaublich dumm oder verblendet (dann ist Wikipedia das geringste Problem, denn schließlich hat das ja auch seine realweltlichen Ursachen) oder, wie gesagt, die Beiträge sind einfach so irrelevant und u.a. deswegen so schwer auf Korrektheit überprüfbar.
Dabei bietet sich gerade die Transparenz der Wikipedia an, die Folgen einer Geschlechterprivilegierung zu beobachten. Wenn eine Gruppe nicht mehr nach Verdiensten protegiert wird und quasi geschlechtsgegebene Narrenfreiheit besitzt, richtet es unglaublichen Schaden an. Warum soll das in der realen Welt anders sein? Wenn manche im Namen von Jugendschutz und Frauenbefindlichkeiten Wiki in ihrem Sinne „säubern“ wollen, erinnert das sehr stark an politische Bestrebungen der letzten Jahre in der realen Welt.

In der realen Welt gibt es nun mal auch Unmündige und Idioten. Kinder können sich keinen Internet-Anschluss anmelden / bestellen, also sind das Problem vorwiegend erwachsene Idioten. Wenn die Wikipedia sich immer mehr darauf ausrichtet, auch von Idioten bedient werden zu können, werden sie letztlich nur noch Idioten benutzen.

Ein Esel schimpft den ander`n Langohr

 Abbildung 2: Das Bild zeigt keine sozialwissenschaftliche Expertenkommission und weder Arne Zweifelfrau noch Michi Groß

Das Bild zeigt keine sozialwissenschaftliche Expertenkommission und weder Arne Zweifelfrau noch Michi Groß

Nun gibt es Leute, die mit allen Mitteln glauben machen wollen, es lägen die Missstände der Wikipedia an der Anonymität der dortigen Autoren.
Nun ja, wenn die Anonymität das Problem von mangelnder Redlichkeit oder Wissenschaftlichkeit ist, dann sollte man doch unbedingt für (Sozial-)Wissenschaftler eindeutige Namen einführen: Statt Michi Groß würde Michi Groß_002041 die Veröffentlichungen zieren, denn manche Namen kommen sehr viel häufiger vor als andere.
Ein paar wissenschaftliche Untersuchungen dahingehend wären interessant, ob Leute mit Allerweltsnamen mehr Unsinn schreiben als Leute mit eindeutigen bzw. ungewöhnlichen Namen.
Wenn also beispielsweise jemand schreibt, männliche Beschneidungen bei Säuglingen wären nicht so schlimm, denn bisher hätten sich diese als Erwachsene kaum über Beeinträchtigungen beschwert, dann läge das möglicherweise am Allerweltsnamen. (Nur mal so zur Vollständigkeit, mit der gleichen Begründung könnte man auch Kleinkinder die Augen rausschneiden, denn sie würden ja später keinen Unterschied kennen). Wie also auch schon Kleinkinder, mit oder ohne Augen oder Vorhaut erkennen können, liegt das Problem nicht an der Anonymität, sondern an der Unqualifiziertheit bzw. Dummheit der Schreiberlinge.

Dynamik der Dummheit

Wo ist ein Salomon, wenn man ihn braucht?

Wo ist ein Salomo, wenn man ihn braucht?

Ich muss keine Bücher über Themen lesen, die mich nicht interessieren und ich muss keine Zeitungen oder Magazine kaufen, die zweifelhafte Politik betreibende Publizisten beschäftigen.
Dass jetzt genau diese Leute, ob Feministen oder die Gegenseite, ein großartiges Projekt zerstören, welches sie A) nicht verstehen und wozu sie B) nichts Relevantes beizutragen haben, ist mehr als ein Ärgernis.

Die Anonymität ist Begleiterscheinung und Voraussetzung der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale der Plattform: Aktualität, Vollständigkeit und Vielseitigkeit, die durch unkompliziertes Einstellen von Änderungen und eine breite Autorenbasis ermöglicht werden. Sie kann aber auch missbraucht werden, um Menschen zu diskreditieren und zu verleumden. Deswegen kann ich den Unmut darüber gut verstehen.

Drum hoff`man, die Nerds und Enthusiasten, die das Netz auf- und ausgebaut und zu dem gemacht haben, was es ist, kommen auch mit dieser Bedrohung klar.

Die Korpusaffen

Verfasst 13. Juli 2012 von gedankenwerk
Kategorien: Feminismuskritik, Medien und Soziales

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Vor einigen Jahren beschäftigte ich mich situationsbedingt ein wenig mit Information Retrieval und Natural Language Processing (kurz NLP),

Jeder Handy-Besitzer kennt die automatische Wortvervollständigung für SMS in Abhängigkeit der bereits getätigten Eingaben. Also beispielsweise, wenn die Buchstaben ‚H‘ ‚A‘ eingegeben wurden, macht das Handy den Vorschlag ‚Hallo‘. Dies kann sehr einfach umgesetzt sein, in dem aus einem Wörterbuch das nächste Wort herausgesucht wird, das mit diesen Buchstaben anfängt. Viele Anwendungen
benutzen für die Vervollständigung ein Nutzerwörterbuch mit den am häufigsten bereits benutzen Wörtern. Die Idee lässt sich weiter ausführen und mit grammatikalischen Regeln verknüpfen, also dass die Satzstruktur in einer Sprache bestimmten Regeln folgt, wie Subjekt, Prädikat, Objekt. Oder in dem aus einem Korpus, einer Sammlung von Texten, wie Zeitungsartikeln, wissenschaftlichen Papern oder ganzen Büchern, n-Gramme benutzt werden. Ein 2-Gram, 3-Gram, …, n-Gram sind Wortfolgen, die häufig zusammen auftauchen. „Es war einmal“ ist ein 3-Gram, das mit hoher Häufigkeit in Grimms Märchen auftaucht. Wenn jemand also einen Korpus aus Grimms Märchen verwendet, und „Es war“ eingegeben hat, kann ein Programm leicht erraten, dass wohl „einmal“ folgen wird und es ergänzen.

Setzt man nun einen Affen vor einen Rechner und lässt ihn auf die Tastatur einkloppen, so kann ein wie oben beschriebenes NLP-Programm dafür sorgen, dass immer „sinnvolle“ Sätze produziert werden.
Benutzt man nun einen Korpus mit Artikeln und Standard-Werken, beispielsweise aus den Gender- oder Sozial-„Wissenschaften“, so entstehen Texte, die bezüglich Sinngehalt, denen üblicher Veröffentlichungen dieser Fachgebiete in nichts nachstehen. Inzwischen erhärtet sich bei mir der Eindruck, der „Korpus-Affe“ ist keine bloße Fiktion meinerseits. Er ist das Resultat des heutigen Wissenschaftsbetriebs. Alles, was irgendwie geschrieben werden kann, in dem man Wörter aneinanderreiht, weil es auch nur annähernd sprachlichen Gesetzmäßigkeiten folgt, wird auch geschrieben. An und für sich ist das eine gute Sache. In Verknüpfung mit einem Reality-Check, dem Gegenprüfen durch und versus die Wirklichkeit, könnten so interessante neue Erkenntnisse gewonnen werden. Nur leider neigen die „Korpusaffen“ dazu recht unreflektierte und ignorante Zeitgenossen zu sein, die gegen jede Form von Realität oder Gedankenaustausch immun sind. Sie haben nun mal nur ihren Korpus und der geht ihnen, wie alles andere, stückchenweise, recht unverdaut und mechanisch durch die Tippfinger.

Fortsetzung folgt…möglicherweise.

Unseren täglichen Genderkram gib uns heute

Verfasst 10. Mai 2012 von gedankenwerk
Kategorien: Feminismuskritik, Medien und Soziales, Rhetorik der Kannibalen, Uncategorized

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Im Tagesspiegel kann man exemplarisch wieder deutschen Topjournalismus in Sachen Gendergeblubber begutachten.
Da ist alles enthalten, was die Zunft zu bieten hat, ein Popanz, weibliches Opfergehabe / vermeintliche Frauenfeindlichkeit, Kontrafaktizität und schlichten Unsinn.
Auszug:

Der Trend, Ursachen für Geschlechtsunterschiede im Hirn und nicht in der Gesellschaft zu suchen, ist ungebrochen. Doch oft sind diese Studien völlig unwissenschaftlich – dienen aber dazu, Vorurteile gegen Frauen im wissenschaftlichen Gewand zu präsentieren.

Die Ansicht, dass die entsprechenden Verhaltensweisen extern / also durch Rollenzuweisung bedingt sind,
ist ebenso nur eine Theorie, zudem nicht weniger fadenscheinig als ihre „biologistischen“ Entsprechungen.

Und dann noch eine Wertung vorzunehmen, sprich etwas als „Rollenklischee“-typisch zu diffamieren bzw. abzuwerten
spricht auch nicht  gerade von wissenschaftlicher Redlichkeit.

Warum geht man nicht vom naheliegenden aus: dass das Geschlechter-spezifische Verhalten in den Studien so ausfällt,
wie es ausfällt, weil die Teilnehmer es entsprechend so wollen. Ihre Motivation demnach genauso ausgelegt ist.
Wenn jemand seine Fähigkeiten für bestimmte Tätigkeiten einsetzen will und für andere nicht, ist das sein / ihr gutes Recht.
Ob das jetzt mit biologischen Ursachen zusammenhängt oder mit gesellschaftlichen oder mit Mischungen von beiden –
was wahrscheinlicher ist – ist dabei doch nebensächlich. Es ist historisch belegt, dass Frauen,
obwohl sie reichlich Gelegenheit für musikalischer Betätigung hatten, kaum kreative Neuschöpfungen in diesem Feld erreichten.
(für die meisten bürgerlichen Töchter gehörten im 19ten / frühen 20 Jh. Klavierstunden zum guten Ton).
Warum haben hauptsächlich Männer  Entdeckungen und neue Ideen auch gegen die größten gesellschaftlichen Widerstände durchgesetzt,
selbst wenn sie dafür mit dem Leben bezahlt haben und es gerade nicht „en vogue“ war?
Andererseits führt anscheinend auch enormes Engagement in sogenannte „Girlsdays“ nicht dazu, dass in den MINT Bereichen
eine Angleichung erfolgt. Sagen wir doch einfach Männer und Frauen sind (tendenziell) motiviert ihre Fähigkeiten unterschiedlich
auszuleben. Ist das schlecht? Ist der/die eine deswegen „dümmer“ oder „minderwertiger“ als die/der andere, weil er/sie andere
Beweg-Gründe hat?

Vermeintliche Rollen zu kritisieren und die nach ihnen Handelnden als „Opfer“ gesellschaftlicher Normen darzustellen,
hat mehr mit Manipulation und Zwang zu tun, als in diesen „Normen“ heutzutage tatsächlich enthalten ist.
Denn was ist die Alternative? Den Leuten vorzuschreiben, wie sie sich „nicht Rollen-spezifisch“ verhalten sollen oder
„Rollen-spezifisches“ Verhalten abstrafen?
Zumal die „gender“ Verhaltensmaßregeln zum größten Teil Lebens-fremd / feindlich und in sich selbst oft genug widersprüchlich sind.

Community Management – Umgang mit Ausschluss und Zensur

Verfasst 10. Mai 2011 von gedankenwerk
Kategorien: Medien und Soziales

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Im Community Management Blog wurde ein sehr essentielles Thema angesprochen:
Wie mit Nutzern in Communities (wie Diskussionsforen) umzugehen sei,
die zwar „schwierig“ sind, aber nicht explizit gegen Regeln verstoßen.
Umso mehr verwunderte es mich, dass es quasi keine Begründung gab. Nur die Aussage, dass der freundliche Rauswurf eben okay ist. Damit ist quasi das Gutdünken des Community Managers die Grundlage für das Handeln.

Weiterhin beschreibt das Blog die Nutzenden als „Kapital“ der Community und dass natürlich alles mit dem Chef, also dem Bereitsteller der Plattform, abzusprechen ist.
Diese ganze Sichtweise macht mich doch wundern. Für diesen Job gibt es echt eine Ausbildung?
Kann doch eigentlich so auch jede Schüler- oder Teilzeitkraft machen.

Ich vergleiche Netz-Gemeinschaften eher mit kleinen Staaten. Und für die Infrastruktur dafür gilt umso mehr dass zwischen „Eigentum verpflichtet“ und „Hausrecht“ abgewogen werden muss.
Für wirklich lebendige und umfassende Diskussionsforen oder eben Gemeinschafen orientierte ich mich daher auch an Staaten 🙂

Aus Nutzersicht schlage ich folgendes Verfahren vor:

  • Es gibt Gesetze und klare Richtlinien für die Community, die für alle gelten und nach denen entschieden wird. Müssen einfach zu finden und nachzulesen sein.
  • Moderatoren haben eben die Moderation als Job und nehmen i.d.R. nicht an den Diskussionen durch Meinungsvertretung teil (Inhaltliche Befangenheit reduzieren)
  • Moderatoren sollten auch Schlichterfunktion haben, eben deswegen auch neutralen Standpunkt einnehmen können
  • In unklaren Fällen, die nicht eindeutig als Verstoß gegen Richtlinien oder Nettiquette ausgemacht werden können, muss abgewogen und Neutralität sichergestellt werden:
    • Mehr-Augen-Check und möglichst einer davon von „außerhalb“ des Themas, ggf. m/w
    • Sprich, der Fall sollte von mehr als einer Person beurteilt werden
  • Zensur nur als letztes Mittel, wo es rechtlich schwierig wird
  • Ansonsten auffordern Störenfriede zu ignorieren

Das ist sicher umständlicher als Gutdünken, doch zu 99 % sollten die Richtlinien alleine ausreichen. Ein Rauswurf oder Zensur in einem sich als frei verstehendem Medium muss begründbar sein. Und zwar mit mehr als einem vagen Gefühl.
Leider hat die Nettiquette manchmal die Funktion eines Notstandsparagraphen eingenommen, der je nach Laune mal so oder mal anders ausgelegt werden kann.
In Gemeinschaften, wo dies der Fall ist, ist natürlich fraglich, ob ein Engagement dort sinnvoll ist.

/Update: So langsam verstehe ich die „einfachen Lösungsvorschläge“  und das möglichst unbegründete Abwiegeln. Denen geht es m.E. hauptsächlich um das Pflegen bestimmter Gemeinschaften bzw. deren Zusammensetzung im Einklang mit der jeweiligen Geschäftsstrategie. Dazu gehört eben auch das einfache Entfernen „unerwünschter Elemente“.