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Freibeuter würden zu Flattr (Pi)raten…

16. April 2011

„Worin besteht denn der Vorteil dieses Flattr?“

In einem Satz ausgedrückt: in der Selbstverpflichtung pro Monat einen bestimmten Betrag für „Kulturprodukte“ auszugeben.
Die Verteilung dieses Betrags ist dann davon abhängig, welche Anbieter von Inhalten mit welchen Flattr-Anteilen unterstützt werden sollen.

„Wo ist der (Enter-)Haken?“

10 % (!) des Preises gehen an den Dienst selbst. Zudem muss das Geld noch mit einem anderen Finanzdienstleister auf das Flattr Konto überwiesen werden (z.B. Paypal, die wollen dann nochmal paar Prozente, die für den Transfer draufgehen).

Mit anderen Worten, es ist ein Soli-System des Pirate Bay Gründers¹.
Den Mehrwert, den Flattr ausmacht, kann man sich selbst ganz kostengünstig herstellen in dem man sich vornimmt, Geld für Kulturleistungen auszugeben: Zettel an den Monitor hängen. Und dann ganz direkt über den Finanzdienstleister seiner Wahl bezahlt (der sowieso auch bei Flattr nötig ist.)

Ziel von Flattr ist ein Spenden-Ökosystem, in dem sich die Beteiligten gegenseitig Geld überweisen, wobei bei jeder Transaktion ein Betrag beim Flattr Betreiber hängen bleibt (eben die zehn Prozent Reibungsverluste).

Der Idealzustand wäre ein System, in dem das Geld schön hin und her zirkuliert.
Und die Online-Journalisten, Blogger und Leser sich gegenseitig unterstützen.
Eigentlich super Sache.
Das Problem ist die zehn Prozent „Senke“ für die Bereitstellung der Infrastruktur – Flattr selbst.
Ein recht hoher Preis nur für das Prinzip „Selbstverpflichtung“. Denke der Wert besteht in der Vorreiter-Rolle. Für Online-Bezahlsysteme, wie PayPal, dürfte es ebenfalls sehr interessant sein, ein vergleichbares System zu integrieren oder selbst anzubieten.

„Warum sind dann die Publizisten so heiß drauf?“

Vor allem „irgendwie linke“ Medien, wie die TAZ oder der Freitag setzen auf Flattr. Das muss seine
Gründe haben.

Wie oben geschrieben, das Kernelement heißt Selbstverpflichtung. Jemand der einen bestimmten Betrag im Monat für kulturelle Leistungen festsetzt und den auch ausgeben „muss“, nutzt die Medien-Konsumgüter mit hoher Wahrscheinlichkeit: Eine aufgelockerte GEZ-Alternative, in der man nach Vorlieben gewichtet, Content-Anbieter unterstützen kann.

¹ Vom „Pirate Bay“ Gründer Peter Sunde erdachtes System zur Bezahlung von Kulturprodukten