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Geruchsbelästigung Level 10

27. Oktober 2010

Bettler und Straßenzeitungsverkäufer sind in Berlin zu bestimmten Uhrzeiten die Regel.
Meist im Zeitfenster außerhalb der üblichen Stoßzeiten im Touristenverkehr. Meist im Westen.
Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Die allermeisten sind freundlich und dezent.
Es gibt allerdings einen Typ, der früher schon sehr aggressiv gebettelt hat und
bei dem sich die harmlosen Worte:
„Hätten die Damen und die Herren vielleicht eine kleine Spende für einen armen Kerl von
der Straße. Die Damen und die Herren…für einen Kaffee oder was warmes zu Essen…“
sich wie eine Drohung anhören. Dabei bleibt er vor jeder Sitzgruppe paar Sekunden stehen und
hält die Hand für Geld hin. Zum ersten Mal fiel mir der Typ vor ein paar Jahren auf. Wegen des
ausgesprochen zombyhaften und fordernden Auftretens.
Seit ein paar Monaten sieht man ihn wieder öfter. Klügsten Falls verlässt man die Bahn fluchtartig, sobald man ihn rechtzeitig, inzwischen auf Krücken, erspäht. Der Gestank ist in etwa vergleichbar mit dem einer
gärenden Wasserleiche. Selbst Abteile, die er wieder verlassen hat, halten den intensiven „klebrigen“ Fäulnisgeruch, dass die meisten einsteigenden Fahrgäste, wie vor eine Wand gelaufen, wieder rückwärts aus dem Fahrzeug taumeln. Die Frage ist, wie man damit umgeht.
Wäre es ein absoluter Ausnahmefall, okay. Einmal macht man das mit. Aber ich bin jetzt schon 3 oder 4 mal
vorzeitig ausgestiegen, um auf die nächste Bahn zu warten, wenn ich von Arbeit zurück fuhr.
Für denjenigen scheint das jedenfalls die Regel zu sein, so aufzutreten, und es hilft weder ihm noch irgendwem sonst. Vielleicht wäre er heute nicht so kaputt, wenn sich das betteln damals nicht so ausgezahlt hätte. Keine Ahnung. Was für „normale“ Gefallene eine Unterstützung sein kann, ist für Junkies vielleicht ein Zerfallsbeschleuniger. Paar Unterschiede im Auftreten sind schon ersichtlich.
Ich werde mein Fahrrad wieder flott machen oder den Führerschein auffrischen.

/Update: Heute (27.10.10) war es wieder soweit, ich protokolliere einfach die Kontakte. Vielleicht gibt
es da ein Muster:

27.10.10 – ca. 19:30 -19:45, er ist S Bhf. Friedrichstrasse zugestiegen, ich sofort raus und zum Alex gelaufen

/Update²: Habe irgendwann aufgehört zu zählen, auch während des Dezembers kam es mehrfach zu Begegnungen mit dieser Person. Durch die Witterung erübrigt sich die Idee mit dem Fahrrad allerdings. Ich stelle mich immer an’s Ende des Zuges an die Tür, so dass ich die Bahn im Bedarfsfall schnell verlassen kann. Außerdem hilft es, die Tageszeit, in der man unterwegs ist auf so früh wie möglich festzulegen und die Rückfahrt noch während des Hauptverkehrs zu organisieren. Ideale Startzeitpunkt vor (7,8):30 und Rückfahrt auf gegen 17:00 Uhr setzen. Habe ihn auch noch nie in der U Bahn erlebt, meist steigt er in S75 / S7. Wenn man die Möglichkeit hat, diese zu vermeiden wäre das ebenfalls ein Weg.

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